* 3.6.1890 in Auerbach     † 1.12.1983 in Moritzburg

 

Walther Hultsch studierte Jura in München und Leipzig und promovierte 1915. Ab 1920 war er beim Regierungspräsidium Dresden angestellt, ab 1946 als Baureferent beim Ev.-Luth. Landeskirchenamt (LKA) Sachsen als Oberregierungsrat. Er war verheiratet mit Hildegard Wolff, Enkeltochter von Robert Bernhardt, dem ehemaligen Besitzer des gleichnamigen Kaufhauses am Postplatz in Dresden. Er war Mitglied der Baukammer, später auch des geschäftsführenden Ausschusses der Baukammer, die 1950 aus den Mitgliedern Prof. E. Hempel, Prof. O. Hempel, Hultsch, Müller, Nadler, Rietschel bestand. Der Geschäftsbereich des LKA umfasste u.a. die Oberaufsicht über alle Bauten von Kirchen und allen sonstigen Gebäuden und deren Zubehör. Eine der Hauptaufgaben nach dem Krieg war der Wiederaufbau und die Instandsetzung der zerstörten und beschädigten Kirchen, sowie vieler anderer kirchlicher Gebäude. Aber auch die Mitgestaltung der Stadtbilder, wie in Dresden, gehörte zu den Aufgaben. In der Funktion arbeitete er mit namhaften Persönlichkeiten der damaligen Zeit zusammen, wie Prof. Dr. Walther Hentschel und Professor Dr. Wolfgang Rauda. Am 27.11.1951 referiert er auf der Denkmal-pflegertagung der DDR zu „Erfahrungen und Ergebnisse der Denkmalpflege in Sachsen“.

Zu den engeren Bekannten zählten die Maler Max Feldbauer, Arno Drescher – von dessen Sohn Christoph er der Patenonkel war –, Prof. Ufer und der Schauspieler Paul Paulsen. Er hatte Kontakt zu Ernst Heinrich Prinz von Sachsen, dem Hausherrn von Moritzburg. Nachdem beide sich näher kennen gelernt hatten, ruderte Prinz Ernst Heinrich Walther Hultsch einmal mit dem Boot zur Schwaneninsel im Schlossteich. Beim Einmarsch der Russen 1945 ließ Walther Hultsch private Bilder im Schloss Moritzburg aufhängen, in der Hoffnung, dass ihnen in diesem Umfeld nichts passiert – eine Fehlannahme; die Soldaten veranstalteten Messerwerfen darauf. Bekannte in Moritzburg waren die Maler Erik Mailik und Karl Timmler. Er war Mitglied des Sächsischen Heimatschutzes, dessen 1. Vorsitzenden Prof. Seyffert er gut kannte. Walther Hultsch gehörte zum Umkreis der Verschwörer vom 20. Juli 1944, viele kannte er persönlich - wie Olbricht und Oster und den Leipziger OB Goerdeler, die alle hingerichtet wurden.